Donnerstag, 15. Dezember 2016

Dokumentation vs. Feature

Was ist eine Dokumentation?

Eine Dokumentation zielt im wesentlichen darauf ab Informationen zur weiteren Verwendung nutzbar zu machen. Dabei steht im Vordergrund Sachverhalte attraktiv und verständlich darzustellen, die sonst nur schwer, oder nur mit Hilfe von mehreren Informationsquellen zu verstehen sind. Diese Informationsquellen sind u.a. Fachbücher, Zeitschriften die ein bestimmtes Thema abhandeln, Archivmaterial, Bilder, Filme oder Tonaufzeichnungen.
Bei einer Dokumentation werden die Sachverhalte in ihre Einzelheiten zerlegt , erläutert und dann in größeren Zusammenhängen eingeordnet. Die wichtigsten Eigenschaften von Dokus sind die Objektivität und Sachlichkeit.

Was ist ein Feature?

Ein Feature ist als Mittelweg zwischen einer Dokumentation und einer Reportage einzuordnen.
Dabei wird sich argumentierend mit dem Thema auseinandergesetzt und Problemdarstellungen werden umfassend analysiert. Die sachliche Ausdehnung eines Features erinnert an eine Erörterung in einem Schulaufsatz. Autoren von Features entwickeln auf Grund ihrer Recherchen meistens markante Thesen, die sich oft im Titel des Features wieder finden. Eben solche markanten Thesen werden dann, wie bei einer Dokumentation, in Einzelheiten zerlegt und mit Beispielen bewiesen oder sachlich diskutiert.

Die Recherche

Damit ein Thema, welches man dokumentieren oder featuren möchte, gut aufgearbeitet werden kann, ist eine zuverlässige Recherche von Nöten.
Um die Recherche möglichst gründlich durchführen zu können, helfen die folgenden W-Fragen:
-Was soll gezeigt werden?
-Welche Bilder können sich ergeben?
-Wer soll interviewt werden? (Bei Doku-Filmen ist ein gutes Interview der Schlüssel zum Erfolg)
-Welche Fragen sollen gestellt werden und welche Antworten erwartet man?
-Wie soll auf die Fragen reagiert werden?

[Einzelbeleg] How to Doku & Feature

Ein Leitfaden zum erstellen einer/s Dokumentation/Features


Dein innigster Wunsch, seit du denken kannst, ist eine Dokumentation zu drehen? Features sind dein lieblings Filmgenre? Du führst gerne Interviews, reist gerne viel und hast kein Problem damit tonnenweise (digitales) Material auseinander zu nehmen, zu sortieren, schneiden, mit Ton zu unterlegen und zum Schluss wieder zusammenzusetzen? Dann kann dein Traum jetzt wahr werden!

Nachdem die geschätzten Kollegen Metzler, de Roos und Gille bereits ausführlich berichteten was man unter einer Dokumentation oder einem Feature versteht, soll nun aufgezeigt werden wie man sich an ein solches Projekt heranwagen sollte.

Recherche und Themenfindung: [1]

Selbstredend ist dieser Schritt am wichtigsten. Ohne Thema keine Doku, ohne vernünftige Recherche um Material anzusammeln kann kein Feature enstehen. Dabei gilt: zu viel Recherche gibt es nicht! Keine Angst vor zu viel Material auch wenn es einen erstmal erschlagen mag. Wichtig ist, um den Überblick zu behalten, eine gewisse Distanz zum Material zu wahren um die einzelnen Daten in einen höheren Zusammenhang ordnen zu können.

Drehortbesichtigung und Motivsuche: [1][2]


Du möchtest eine Dokumentation über das Verhalten rechtsdrehender Joghurtkulturen in Australien drehen? Dann solltest du auch einkalkulieren eine längere Zeit auf dem Kontinent zu verbringen. Allenvoran gilt es Orte an denen möglicherweise gefilmt werden soll auch einmal im Zuge der Recherche zu besuchen. Nicht nur damit man weiß wie es dort aussieht, sondern auch um Anregungen zu finden sowie Witterungsverhältnisse, Umgebung und Störfaktoren einschätzen zu können. Praktisch ist es zudem sich Hilfe in Form von Joghurtexperten zu suchen, denn nichts verleiht einem Thema mehr Validität als eine Person, welche dieses Thema zu seinem Beruf gemacht hat.

Treatment:


Halt! Bevor du dir jetzt ein Ticket nach Australien buchst, mach dir vorher klar wie du deine These, Dramaturgie und Recherche so umsetzen kannst, dass du dir und vorallem Anderen, einen klaren Eindruck vermitteln kannst wie deine Doku aufgebaut und wie sie aussehen soll. Dies liefert dir eine gute Arbeitsgrundlage für die Produktionsplanung, Dreharbeiten sowie Schnitt und überdessen hinaus ist es hilfreich für deine Kamera- und Tonmitarbeiter.

Präzise formulierte Aussagewünsche:

Sei dir im klaren, wie deine Kapitel und Bildsequenzen aussehen sollen! Was willst du wie gestalten? Gibt es genügend Platz für Improvisation falls doch mal was schief geht? Achte darauf in wie weit das Geschehen vorhersehbar ist oder ob es häufiger zu unerwarteten Ereignissen kommen kann. Bewährte Methode ist Anfangs- und Endbilder eine Szene auszuarbeiten. So hat man zwei solide Grundpfeiler auf denen man auch einen improvisierten Bogen schlagen kann.

Zeitplanung:

Zeit ist Geld, sagt man so schön. Jedoch hängt die zu investierende Zeit, wie so vieles, vom Thema und Drehort ab. Muss man oft Reisen, wie sind die Wetterumstände, die Umgebung (Recherche sei dank!), gibt es etwaige technische Ausfälle? Diese Fragen muss man sich zwingend stellen wenn man sich in der Zeitplanung nicht komplett verkalkulieren will. Zeitreserven sind Gold wert, lieber mehr als zu wenig.

Aufnahmeteam:

Du hast jetzt also einen Plan, du weißt wo es hingeht und Zeit genug. Fantastisch! Jetzt brauchst du nur noch ein Team, dass dir den Rest der Arbeit abnimmt. Wenn du glück hast. Wie stark dein Aufnahmeteam sein soll und welche Ausrüstung gebraucht wird, hängt mal wieder vom Thema und der geplanten Umsetzung ab. Ihr wollt auf Wolpertingerjagd im Bayrischen-Wald gehen? Dann sollte dir klar sein dort nicht mit einem fünfzig Mann Team aufzutauchen samt Cutter, Make-Up Artist, Hausband und Feldhaubitze. Kleinere Teams sind dafür wohl geeigneter, da einerseits flexibler und anderseits nicht so auffällig, man will die Wolpertinger ja nicht verschrecken. Aufwendige Projekte erfordern folglich auch ein größeres Team. Du kannst nicht gleichzeitig filmen, sprechen, cutten, nachbearbeiten und die Musik einspielen, dein Projekt soll ja in diesem Jahrhundert, bestenfalls, fertig werden.

Schnitt, Musik, Sprecher

Der Traum ist bald wahr, nur noch wenige Schritte und die Welt wird mit deinem Werk zum beben gebracht! Du hast sämtliches Material im Kasten, jeder Winkel des Bayrischen Waldes ist gefilmt. Jetzt gilt es das aufgenommene in die nötigen Blöcke und Szenen zu verarbeiten und in Sequenzen zu teilen. Natürlich willst du Musik, welche die Szenen atmosphärisch untermalen und jemanden, der das Geschehen kommentiert. Auch hier ist entscheidend welches Thema dein Projekt hat. Eine Dokumentation über die Beschaffenheit von Bambus bei Temperaturen unter 15°C mit Black Metal zu unterlegen könnte, wenngleich einzelne womöglich ihre Freude daran hätten, beim Großteil des geneigten Publikums für Unverständnis sorgen. Ein Fußballkommentator könnte sich eventuell für dein Feature über "Christoph Daum - Schnee im Sommer, vom Trainer zum Naseweiß" eignen. Männliche oder weibliche Stimme oder Klangfarbe, es sollte thematisch vertretbar sein.



Natürlich kann und soll in diesem Leitfaden nicht alles abgedeckt werden, es gibt genügend Eventualitäten welche noch dazwischen kommen können. Vorallem benötigt man eins: Erfahrung.

Abschließend noch ein paar Beispiele wie eine Dokumentation oder ein Feature aussehen kann (selbsverständlich nur zur Ideenfindung):

 Dokumentation: 
Animal Fight Club: Gefährliche Begegnungen

 

Radio Feature:





Quellen:

[1] Axel Buchholz / Gerhald Schult (Hg.) Fernseh-Journalismus S. 228 ff.
[2] Stand 15.12.2016 http://www.fachjournalist.de/das-feature/
 








Die Vox Pop/Umfrage im Fernsehen

Die Vox Pop/Umfrage im Fernsehen

Im Kern unterscheidet sich die Umfrage im TV zunächst nicht wesentlich von der im Radio. Es handelt sich ebenfalls um eine schnelle Aneinanderreihung unterschiedlicher Meinungen zu einem Thema. Ebenso wird hier versucht ein realistisches Abbild des Meinungsspektrums darzustellen oder den Wissensstand zu einem Thema zu prüfen. Die Bürgernähe – erzielt durch die direkte und alltägliche Abbildung der Meinung des „kleinen Mannes“ - spielt eine wichtige Rolle, aber auch Unterhaltung sollte gegeben sein.

Durch die visuelle Ebene kommen weitere Möglichkeiten und Regeln hinzu, auf die es bei der Produktion einer Umfrage im Fernsehen zu achten gilt.
Die Wahl des Drehorts hängt immer eng mit dem Thema zusammen. Stellt man eine allgemeine Frage, so benötigt es ein allgemeines Publikum. Geeignet dafür wäre eine Fußgängerzone, ein Marktplatz oder ein anderer öffentlicher Ort, an dem der normale Bürger anzutreffen ist. Sucht man Antworten in einer bestimmten Zielgruppe, muss auch der Aufnahmeort angepasst werden. Um die Meinung eines Sportfans einzufangen, erleichtert es die Arbeit, wenn man die Befragung nicht auf der Einkaufsmeile, sondern vor dem Fußballstadion durchführt. Sucht man Antworten bei Studenten oder Schülern, wird der Ort an entsprechenden Bildungseinrichtungen gewählt. Dabei ist jedoch zu beachten das Hausrecht nicht zu verletzen. Solange außerhalb eines Gebäudes gedreht wird, entstehen keine weiteren Probleme. Soll die Umfrage etwa in einem Bahnhof, einem Einkaufszentrum oder einer Universität stattfinden, benötigt es eine Drehgenehmigung.
Außerdem muss auf den Lärmpegel und die Hintergrundgeräusche geachtet werden. Hört man im Hintergrund Musik oder unterschiedlich Laute Geräusche, entstehen später beim Zusammenfügen der einzelnen Antworten Tonsprünge oder unangenehme Abrisse.
Auch bei der Wahl des optischen Hintergrunds sollte der Inhalt der Umfrage berücksichtigt werden. Es wirkt zum Beispiel authentischer Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel vor dem Bahnhof oder vor der Mobilitätszentrale zu zeigen, als in einem Stadtpark. Meinungen über einen neuen Film erscheinen glaubhafter vor dem Kino, nicht auf dem Weihnachtsmarkt.

Ist das Rohmaterial aufgenommen müssen die Aufnahmen geordnet und aussortiert werden. Grundlegend ist es besser mehr Antworten einzuholen, als benötigt. Beim Schnitt ist es kein Problem überflüssiges Material wegzulassen. Sind die einzelnen Antworten ausgewählt, gilt es diese abwechslungsreich und lebendig wirkend aneinanderzureihen. Die aufeinanderfolgenden Befragten sollten variieren, sodass der Zuschauer eine klare Abgrenzung zwischen den einzelnen Meinungen hat. Hierbei kann durch unterschiedliches Aussehen, Alter und Geschlecht eine unterhaltsame Mischung zusammengestellt werden. Zudem ist es von Vorteil Pro und Contra abwechselnd einzuspielen. Der Bildanschluss wird durch diverse Einstellungsgrößen und Blickrichtungen gestaltet. Durch die richtige Positionierung des Reporters wird die Blickrichtung des Befragten zur Kamera festgelegt, sodass die Personen wechselseitig links und rechts gezeigt werden können. Um einen deutlichen Bildwechsel zu erzeugen sollten zudem verschiedene Einstellungsgrößen gewählt werden.
Die Eingangsfrage, welche vom Reporter gestellt wird, wird meist weggelassen, da diese in der Regel vom Moderator bereits vorgestellt wurde. Demzufolge erscheint eine Umfrage/Vox Pop normalerweise im Rahmen einer anderen Sendungs- oder Darstellungsform (z.B. Reportage, Talkshow, etc).



Fernseh-Umfrage im Rahmen des Hamburg Journals zur US-Wahl:

Umfrage/Vox Pop im Internet

Vox Pop/Umfrage im Internet 



Da das Internet vielseitige Darstellungsmöglichkeiten bietet durch Text, Ton, Bild oder Video treten die Umfragen auch in verschiedensten Formen auf. Es beinhaltet somit die Aspekte von Fernsehen, Radio und den Printmedien.

So gibt es unzählige Youtube Videos, die sich mit Straßenumfragen auseinandersetzen. Mittlerweile gibt es sogar eine eigene Funktion auf Youtube, die es ermöglicht während eines Videos über ein Frage abzustimmen. Doch meist geht es nicht darum seine Meinung klassischer Weise wie bei der Straßenumfrage in Worten auszudrücken, sondern aus verschiedensten Antworten zu wählen. Auch bei Facebook kann man eine Umfrage starten, beliebig viele Antworten zur Auswahl stellen und sogar jeden beliebigen User weitere Antworten erstellen lassen. (siehe Abbildung)

Facebook Umfrage

Der klassische Umfragetyp differenziert sich im Internet größtenteils auf das Wesentliche. Eine Frage, kurz und knapp, mehre Antwortmöglichkeiten, ein Klick und schon ist die Meinung Teil einer Statistik. Diese Variante ist zwar sehr schnell und effizient, doch ist es nicht das Selbe, da man mit seiner Auswahl sich nur in „Schubladen“ eintragen kann, und nicht in der Lage ist deutlich zu machen, was einen zu einem Thema bewegt und seine Meinung nicht mit Ausdruck und Emotion Eindruck hinterlassen kann. Doch vielen Menschen bleiben heutzutage lieber anonym. Andere nutzen den Schutz der Anonymität aus um mit extremen Meinungen, Beleidigungen und Vorwürfen zu provozieren.



Recht beliebt ist derzeitig Geld verdienen im Internet durch Online-Umfragen. Zuerst meldet man sich auf einer von Online-Websites an, die einen derartigen Service anbietet. Ab und zu wird man gebeten bei bestimmten Umfragen teil zu nehmen und sammelt für jede Teilnahme eine gewisse Anzahl von Punkten. Wenn man genug Punkte zusammen gesammelt hat kann man sich das Geld auszahlen lassen und neben bei auch Werbeprodukte gewinnen. Hierbei geht es nur darum die Firmen bei ihrer Marktforschung zu unterstützen, was mit etwas Geld belohnt wird. Reich werden kann damit keiner, aber nebenbei lässt sich schnell ein bisschen Geld verdienen.
Beispiele: yougov.de, omnipanel.de, meinungsplatz.net


Idiotentest: Hey Aaron 

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Einzelbeleg: Umfrage/ Voxpop im Radio


Befragungen sind im Radio oft zu hören. Sie können, als Kurzbeitrag oder auch als längerer Beitrag, das Radio Programm auffrischen und einen informativen Charakter für den Zuhörer haben.
Im Gegensatz zum TV, kann der Zuhörer den Befragten nicht sehen und ist auf die gegebenen Informationen des Moderators angewiesen. Dies betrifft Angaben zum Ort der Befragung und der Befragten selbst.
Im folgenden gehe ich auf einen Kurzbeitrag des Radiosenders "Radio Wuppertal" ein.

Bei dem angeführten Beispiel stellt der Moderator, den Befragten zwei ortsbezogene Fragen zur Stadt Wuppertal.
  • Zum einen werden die Befragten „auf den Straßen Wuppertals“ durch das Thema direkt angesprochen, zum anderen auch die Hörer des Radiosenders Radio Wuppertal.
    Die Fragen drehen sich um die Stadt, in der Sie leben, arbeiten oder welche sich wahrscheinlich in Ihrem Umkreis befindet.
  • Das Alter der Befragten kann nur grob, anhand der Stimme, geschätzt werden, da hier keine Info gegeben ist.
  • Es wurden sowohl Frauen als auch Männer befragt, wobei dir Frauen in der Überzahl sind. Bei diesem Beispiel wurde nicht auf eine wechselhafte Antwortreihenfolge der Befragten geachtet, es ist so, dass mehrere Probandinnen nacheinander antworten.
  • Die Fragen sind so formuliert, dass keine Ja/Nein-Antwort gegeben werden kann.
    Bsp. Hierfür wäre: „Fließt die Wupper durch Wuppertal?“, „Ja“
    Dabei würde der Charakter der Frage verändert und hätte keine Wirkung mehr.
Frage 1:
An welchem Fluß liegt Wuppertal?   Antwort: Wupper
Frage 2:
Durch welchen Berg führt der Kiesbergtunel? Antwort: Kiesberg

Die Befragten können sich eigentlich nur eine Blöße geben, da die Antwort schon in der Frage versteckt ist.
Für den Zuhörer ist diese Art Gag-Umfrage natürlich amüsant.

Aufbau des Kurzbeitrages

Anmoderation durch den Moderator
„Ich habe mich mal auf den Straßen Wuppertals umgehört ob unsere Bürger wissen, an welchem Fluß Wuppertal liegt“

Antworten der Befragten zur ersten Frage
„Wupper“, „Wupper“, .... „Keine Ahnung“ , „Rhein“

Kommentar vom Kommentator bezüglich der ersten Frage, Überleitung zur Zweiten Frage.

Antworten der Befragten zur zweiten Frage mit Einschüben und Nachfragen des Moderators.
„Es wird wohl der Kiesberg sein“, „Kiesberg “

Kommentar vom Kommentator bezüglich der zweiten Frage mit Einspielungen von O-Tönen der Befragten und einem Outro(„Man glaubt es nicht“).

Der Kurzbeitrag kann unter folgendem Link angehört werden:

Einzelbeleg: Umfrage/ Voxpop in Printmedien

Eine Umfrage dient im Allgemeinen der Überblicksverschaffung verschiedener Meinungen zu einer Thematik innerhalb eines Programms oder Formats. Sie wird daher meist ergänzend zu bspw. einem Bericht, einer Diskussion oder Reportage durchgeführt.

Bei  klassichen Printmedien wie z.B. Zeitung oder Zeitschriften treten einige Besonderheiten in Bezug auf eine Umfrage auf.
In den meisten Fällen wird sich innerhalb eines Artikels nur auf das Ergebnis einer Umfrage bezogen und die dazugehörige Quelle mitangegeben.

Beispiele:

Volksstimme Salzwedel - "Deutsche sehen die EU auf falschem Weg"

New Business - "Glaubwürdigkeit Printmedien"

Experten - "Über die Glaubwürdigkeit von „Facebook-Fake“"


In allen genannten Beispielen bezieht sich der Artikel auf eine Umfrage, der die Angaben innerhalb des Artikels unterstützt oder der Artikel stützt sich ausschließlich auf die Ergebnisse der genannten Umfragenergebnisse. Dabei wird in keinem Artikel angegeben welche Zielgruppe befragt wurde und somit kann man auch nicht ausmachen, wie sich das Meinungsspektrum der Umfrage zusammensetzt. D.h. es ist, wie die Definition einer Umfrage bestätigt, nicht repräsentativ eine kleine Anzahl zufälliger Leute zu einer bestimmten Thematik zu befragen, da bei vielen Befragten Vorwissen fehlen kann und somit nur subjektive Äußerungen getätigt werden können. Dies wiederum bedeutet, dass innerhalb der drei genannten Beispiele eine Verallgemeinerung vorgenommen wurde.

"Knapp zwei Drittel der Deutschen sind unzufrieden mit dem Zustand der Europäischen Union, und fast die Hälfte will eine Abstimmung über den Verbleib in der EU." - Volksstimmeartikel
  • Keine genaue Zahlenangabe, lediglich Mengenangabe in Prozent
    --> Annahme, dass ALLE deutschen Einwohner befragt wurden, was unrealistisch ist
    --> nicht repräsentativ, dennoch in Form eines wissenschaftlichen Berichts angegeben
 "69 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren würden bei unterschiedlichen Meldungen über ein und dasselbe Ereignis eher Zeitschriften und Zeitungen glauben, acht Prozent würden eher den sozialen Netzwerken vertrauen. [..] Das geht aus der Repräsentativbefragung "Relevanz und Glaubwürdigkeit der Medien" unter 1.458 Personen hervor, .." - New Business Artikel
  • genaue Zahlenangabe diesesmal vorhanden, aber nicht repräsentativ aufgrund kleiner Anzahl der Befragten und Zielgruppe der Umfrage ebenfalls nicht bekannt

Wenn eine Zeitung oder Zeitschrift heutzutage eine Umfrage selbst durchführt, geschieht dies innerhalb einer Online- Umfrage (siehe Umfrage/ Voxpop Internet) in der der Teilnehmer meist eine Reihe von Antwortmöglichkeiten (multiple choice) zu einer bestimmten Fragen vorgegeben bekommt.
Daher fällt die Art der Umfrage in den Printmedien gegenwärtig eher in den Bereich der Statistikermittlung und distanziert sich vom reinen Voxpop in der die ungeschminkte Meinung eines Befragten im Mittelpunkt steht. Somit entfällt der persönliche, authentische Charakter einer Voxpop, da keine reale Person im Fokus steht. Die Erstellung einer Umfrage/ Voxpop ist daher in anderen Medien wie Radio/TV/Internet besser geeignet aufgrund der Flexibiltät und Vielseitigkeit dieser.



Das Feature - Mehr als nur eine Reportage?

Der ausgezehrte Student sitzt mit zerzausten Haaren vor dem Bildschirm. Er ist mit den Nerven am Ende, weil er mal wieder nicht weiß, wie er ein äußerst kompliziertes Thema über "Das Feature" gut zu Blatt bringen soll. „Warum zur Hölle hab ich damit auch nur so spät angefangen?“ schimpft er über sich selber. Schluchzend hämmert er weiter in den Tasten. So wie ihm, geht es auch hunderttausenden von anderen Studenten. Ist Prokrastination eine Volkskrankheit?

So oder so ähnlich könnte ein Beispiel aussehen, um ein Feature einzuleiten, denn solch ein Türöffner wird meistens dafür verwendet. Auch wird die Richtung eines Feature-Themas wird bereits am Titel ersichtlich. Dieser wiederum provoziert gerne, um das Interesse der Leute zu wecken oder um die Art und Weise der Auseinandersetzung mit Thema klar zu machen, zum Beispiel wie bei "Trottel der Nation", einem Film-Feature der Süddeutschen über die deutsche arbeitende Mittelklasse. 

Formal ist das Feature nicht streng gebunden und die verfügbaren Stilmittel sind nahezu uneingeschränkt, vom Interview bis hin zur Statistik, mit viel O-Ton und Musikeinlagen, mit Beiträgen von Experten und normalen Leuten, die auch widersprüchlich sein können. Wichtig ist das Zusammenspiel zwischen szenischen und berichtenden Elementen, „der ständige Wechsel zwischen Anschauung und Abstraktion, zwischen Schilderung und Schlussfolgerung“ (La Roche) [1].

Dadurch erzeugt das Feature eine sehr dichte und spannungsgeladene Atmosphäre für den Zuschauer oder Zuhörer. Und durch die vielen Möglichkeiten und Freiheiten ist das Feature, das seinen Ursprung in den 30ern im englischen Hörfunk hat, auch eine beliebte Darstellungsform bei Journalisten. Ein Vorteil ist auch, dass man es aus vielen Einzelteilen zusammensetzen kann[2].

In der Regel wird ein Thema sachlich behandelt, kann aber je nach Autor auch zugespitzt und polemisch behandelt werden, was das Feature auch von einer Dokumentation abhebt, welche sich zur Objektivität verpflichtet. 
Zwar fällt es manchem Journalisten schwer, ein Feature von einer Reportage zu unterscheiden, eine Reportage jedoch, kann beispielsweise nicht auf die große künstlerische Freiheit zurückgreifen oder sich weiter von einem Thema distanzieren und verallgemeinern. Zudem muss ein aktuelles Thema herangezogen werden, was beim Feature nicht der Fall ist.
Jedoch sind all diese Sachen kein definiertes muss beim Feature, sondern ein kann, weswegen es häufig als Dokumentation oder Reportage oder einer Mischung aus beidem bezeichnet wird.

Zu finden ist das Feature in allen Medien, auch wenn am häufigsten im Hörfunk verwendet wird und nicht selten bis zu zwei Stunden dauert. Im TV ist es in der Regel einen 30 oder 45 minutiger Film. In den Tageszeitungen besonders die Seite 1 bei Wochenendbeilagen der überregionalen Zeitung.

Um das anhand einiger Beispiele zu verdeutlichen:


Nachdem der letzte Absatz erledigt ist, freut sich der sichtlich erleichterte Student, in letzter Minute doch noch etwas zustande gebracht zu haben und wie es für ein Feature üblich ist, auf die Eingangsszene noch einmal zurückzugreifen. So viel Glück wie er, hat nicht jeder Student. Mit dem guten Vorsatz, das nächste Mal eher mit der Pflicht zu beginnen, schaltet er ab und genießt die freien Tage.

---- QUELLEN ----
[1] Axel Buchholz / Gerhald Schult (Hg.) Fernseh-Journalismus
[2] http://www.fachjournalist.de/das-feature/

Eine Reportage fotografiert mit Worten

"Wer eine Reportage schreibt, fotografiert mit Worten"

In einer Reportage geht es oftmals häufiger um das Erzählen des Wahrgenommenen. Deshalb sollte der Schreiber einer Reportage seine Eindrücke und Informationen bildhaft übermitteln. Mit abwechslungsreichen und beschreibenden Adjektiven, gibt er dem Leser das Gefühl, am Geschehen teil zu haben.

Durch den unterhaltsamen Charakter einer Reportage, weckt sie bei dem Leser eine gewisse Neugier für die Thematik. Sie beschreibt einen aus der unmittelbaren Situation erwachsenen Augenzeugenbericht. Es gilt die Atmosphäre des Geschehens festzuhalten und weiterzuvermitteln.

Eine Reportage kann aus Text, Bild, bewegtem Bild oder gesprochenem Wort bestehen. Oftmals werden diese Elemente auch in Kombination angewandt.
Die Reportage ist eine journalistische Darstellungsform, die sich medienübergreifend an ganz ähnlichen Stilmitteln orientiert.
In den Printmedien ist sie ein tatsachenorientierter Erlebnisbericht. Der Autor ist sowohl Augenzeuge, als auch Erzähler und vermittelt seine gesammelten Eindrücke durch Verwendung bildhafter Sprache.


"Als sie starb, trug sie schwarz. Ein Oberteil mit langen Ärmeln, darunter ein kurzes Top. Schwarze Jeans über schwarzen Leggins. Die dunklen, halblangen Haare hatte sie heller gefärbt. Ihre Socken waren bunt. Als sie starb, war sie zwischen dreißig und vierzig Jahre alt. Das ist alles, was man von ihr weiß."
Auch dieser Textausschnitt, aus der Reportage Nr. 13 - Die Tote aus dem Mittelmeer, bedient sich einer großen Bildlichkeit. Die Reportage befasst sich mit dem aktuellen Thema der Flüchtlingskatastrophe und gibt dem Leser einen Einblick in das Geschehen. Durch bildhafte Sprache und Hintergrundinformationen ermöglicht sie es dem Leser, sich besser in die Lage der Situation hineinzuversetzen und regt einen damit zum Nachdenken an.


Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Reportage immer eine Geschichte erzählt, die sich mit einem Oberthema befasst. Sie versucht das Gezeigte für dem Empfänger erlebbar zu machen und bedient sich dabei einer großen Bildlichkeit.

Kristin Schachtschneider

Montag, 12. Dezember 2016

Dokumentationen

Was ist eine Doku?[1][2]

Der Begriff „Doku“ umfasst ein breites Spektrum an Sendungstypen, deren Ziel es ist, tatsächliches Geschehen oder Stellungen möglichst genau abzubilden.  In einer Dokumentation wird der Sachverhalt in seinen Einzelheiten zerlegt  und  in größeren Zusammenhängen eingeordnet. Eine Doku sollte dabei vorzugsweise objektiv sein, und seine Informationen sachlich  darstellen.

Welche Vorbereitung sollte man treffen bevor man eine Doku drehen will?[3]

Der wohl wichtigste Aspekt über den man sich Gedanken machen muss ist das Thema. Vermeiden sollte man dabei bestmöglich Dokumentarische Filme über allgemein bekannte Themen oder Fragestellungen, auf die man die Antwort auf Anhieb schon besitzt.

Die Recherche[4]

Ebenso wichtig wie die richtige Wahl des Themas ist die Vorarbeit. Dabei ist die Aufwendigkeit mindestens genau so groß wie das kreieren eines fiktionalen Filmes. Hierbei gibt Der Bundesverband für Jugend und Film einige hilfreiche Fragestellungen:
    • Was soll gezeigt werden?
    • Welche Bilder könnten sich ergeben?
    • Wer soll interviewet werden? ( Bei Dokumentarfilmen ist das richtige Interview  der Schlüssel zum Erfolg)
    • Welche Fragen sollen gestellt werden und welche Antworten sind zu erwarten?
    • Wie soll auf die Antworten reagiert werden?
Die Selbstgedrehten Bilder sind meist für Dokumentarfilmen nicht ausreichend. Hierzu behilft man sich in dem man nach Archivmaterial oder das Material eines Fremden zurückgreift. Hierbei sollte man ganz dringend die Urheberrechte beachten. Falls es für das gewählte Thema zu wenig bewegte Bilder vorhanden sind, dürfen auch Fotos und Texte in den Filmen integriert werden. 

Die Objektivität[5]

Die wohl wichtigste Regel eines Dokumentarfilms ist die Objektivität:
  • "Die Idee des Dokumentarfilms ist es, das wirkliche menschliche Leben, so wie es ist, einzufangen"

Die objektive Berichterstattung eines jeden Journalisten ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Er sollte die Themen von allen Seiten hinterfragen und alle Beteiligten gleichberechtigt zu Wort kommen zu lassen. Jedoch stellt ein Dokumentarfilm lediglich einen Ausschnitt einer Realität dar, deswegen sollte sich auch das Interesse des Produzenten und die Gefühle und Beziehungen der Beteiligten gleich gestellt sein. 

Inszenierung vs. Objektivität im Dokumentarfilm[6]

Es gibt zwei verschiedene Formen in einem Dokumentarfilm:

"Der Ansatz des DIRECT CINEMA besagt, dass die Kamera nur beobachten und nicht in das beobachtete Geschehen eingreifen darf."

Hierbei sollen die Akteure ihre Rollen ganz natürlich und spontan spielen. Hier halten sich die Kameras möglichst unbemerkt im Hintergrund.

"Der Ansatz des CINEMA VERITE besagt, dass die Kamera präsent sein und der Regisseur in das Geschehen eingreifen darf"

Hier darf der Regisseur die Ereignisse die gefilmt werden sollen, aber aber zum Zeitpunkt des Drehs gerade nicht eintreten, auch inszenieren. 


In den folgenden zwei Teasern erkennt man den Unterschied zwischen "DIRECT CINEMA" und "CINEMA VERITE"

        Quellennachweis
[2] http://www.br-online.de/jugend/izi/deutsch/publikation/televizion/25-2012-1/kinateder_dok%20formate.pdf
[3]http://www.jungefilmszene.de/filmemachen/praxis.php?id=20&k=3
[4]http://www.jungefilmszene.de/filmemachen/praxis.php?id=21&k=3
[5]http://www.jungefilmszene.de/filmemachen/praxis.php?id=22&k=3
[6]http://www.jungefilmszene.de/filmemachen/praxis.php?id=24&k=3


Montag, 5. Dezember 2016

Der Bericht im Fernsehen

Im Gegensatz zur Kurznachricht (Vgl. Tagesschau in 100 Sekunden) ist der Bericht im Fernsehen ausführlicher, im Vergleich zur Reportage (hier v.a. Live-Reportage) knapper und distanzierter.
Der Mittelweg, wenn man so will.

Anhand der Tagesschau soll nun nachgezeichnet werden, wie der Fernsehbericht (im Folgenden: Bericht) Informationen gezielt, ausführlich und prägnant vermitteln kann, obwohl er in vielen Fällen die Eine-Minute-Grenze nicht einmal tangiert.

Die Tagesschau vom 04.12.2016: >>Bericht zur Präsidentenwahl in Österreich<<
Das Medium Fernsehen ermöglicht die Verschmelzung verschiedener Sinneseindrücke zu einem Gesamtbild, das sich vor allem durch die Kombination von Ton und Bewegtbild ergibt. Aufgrund der unterschiedlichen Erzähl- und Darstellungstechniken ergeben sich in der Tagesschau die Kategorien:
 - Nachricht
 - Bericht
 - Interview
 - Reportage
 - Kommentar

Hierbei liegt die Besonderheit in der Kombination. So lassen sich zu einem bestimmten Thema Nachricht, Bericht, Interview und Kommentar beliebig verbinden, um eine besonders vielschichtige und ausgewogene Informationsdarbietung zu gewährleisten.

Im Beispiel von gestern Abend liegt eine Kombination von Meldung, Bericht und Kommentar vor.
In typischer Tagesschau-Manier begrüßt die Moderatorin die Zuschauer und leitet mit ein paar kurzen Sätzen in das Thema ein. Im Hintergrund erscheint bereits vorher ein Bild von Alexander van der Bellen, dem Gewinner der gestrigen Präsidentenwahl in Österreich.
Dies ist ein großer Vorteil des Mediums Fernsehen, man weiß praktisch schon bevor die Moderatorin überhaupt ein Wort verloren hat, worum es gehen wird.
Auch im Folgenden erschließt sich der Sinn einer solchen Form: Während vom Sprecher im Off der Ausgang der Wahl analysiert wird, werden verschiedenste Bilder gezeigt, die den gesprochenen Text unterstützen. Gleich zum Anfang wird eine Wahlsendung des ORF eingeblendet; die Statistiken zum Ausgang der Wahl sind zu sehen und werden vom Sprecher vorgetragen. Wenn dann am Abend die Kandidaten vor der Presse aufeinandertreffen, wird in die direkte Rede überführt, man lässt den zukünftigen österreichischen Bundespräsidenten die Ausführungen des Sprechers zu Ende bringen. Ein Mittel, das auch im Pressebericht anzutreffen ist.
Weiterhin charakteristisch ist die Beleuchtung des Hintergrundes. Schon zum Anfang heißt es: "Van der Bellen, der als unabhängiger Kandidat angetreten war, konnte damit seine Stimmzahl aus der ersten Runde noch ausbauen [...]". Untermalt wird in solchen inhaltlich nicht direkt zu illustrierenden Fällen mit thematisch passenden Stimmungsbildern, hier in Form der Jubelnden Anhänger des Gewinners. Auch sonst wird in bei längeren Ausführungen gerne mit beiläufigem Material überbrückt, zum Beispiel der Versammlung der Pressevertreter, die sich um die beiden Kandidaten scharen.
Da ein Bericht auch im Fernsehen eine Form darstellt, die bei aller Kürze Vielseitigkeit anstrebt, wird im Anschluss auch der Verlierer der Wahl interviewt.
Den Schluss bildet eine Einordnung in den Gesamtzusammenhang, es wird noch einmal resümiert, historisch eingeordnet und auf Schwierigkeiten besonders Bezug genommen, wenn es heißt:
"Nie zuvor gab es eine Bundespräsidentenwahl, die so lange dauerte, mit Stichwahl, Wahlanfechtung, Annullierung und Verschiebung." Dies wird untermalt durch einen Interviewbeitrag mit dem FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, kurz und knapp: Morderator: "Anfechtung ist keine Thema?" - Strache: "Kein Thema."
Die Wirkung über die Grenzen Österreichs hinaus, sei schlussendlich "ein politischer Richtungsentscheid" führt der Sprecher aus, der Bericht endet, es folgt ein Kommentar eines Korrespondenten.

Im folgenden wird der Bericht vorgespielt:

Sonntag, 4. Dezember 2016

Der Bericht im Radio

Wie in Presse, Fernsehen und Onlinemedien, ist auch im Hörfunk der Bericht einer der wichtigsten Hauptbestandteile. Aber was zeichnet einen Radiobericht gegenüber den anderen Medien aus? Dazu gibt es zwei wesentliche Punkte.


Prägnanz

Anders als im Fernsehen, kann der Bericht im Hörfunk nur auf dem akustischen Weg überbracht werden. Während man zu Hause in Ruhe auf der Couch sitzt, mag das noch kein Problem darstellen, spätestens aber im Multitasking, am Besten auch noch im Auto, bleibt nicht wenig Konzentration für den Bericht übrig. Gerade deshalb spielt die Prägnanz eine ganz wichtige Rolle.
Bei Radioberichten gilt:

- am besten nur Hauptsätze
- nur eine Information pro Satz
- wenig lyrische Spielereien
- keine Synonyme
- kein "Fachchinesisch"

Wer diese Faustregeln beachtet, muss sich keine Sorgen darum machen, die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer während des Berichts zu verlieren.


Immersivität

Da man sein Publikum eben nur über den akustischen Weg erreichen kann, ist es auch wichtig, den Verlust der anderen Wahrnehmungen auszugleichen. das geschieht auf zwei Wegen.
Der Erste ist, seine Zuhörer direkt anzusprechen. In der heutigen Zeit sitzen nur noch sehr wenige Menschen beisammen und hören Radio. Der moderne Hörer ist allein. Ob im Auto, im Zug über das Smartphone, oder über das Küchenradio beim kochen, es hört meistens nur eine Person zu, die direkt angesprochen wird. Diese fühlt sich dadurch integriert, als wäre sie schweigende Partei in einem Dialog.
Der zweite Weg ist, die visuelle Wahrnehmung zu simulieren. Zwar sollten - wie oben erwähnt - keine lyrischen Spielereien verwendet werden, dennoch ist es wichtig, die Möglichkeiten des akustischen Mediums voll auszuschöpfen, damit der Zuhörer sich fühlt, als wäre er bei den Geschehnissen dabei. Dabei spielen Betonung, Ausdruck und im lokalen Bereich auch der Dialekt (Sympathiebonus) eine tragende Rolle.


Das wären die wichtigen Bestandteile, die einen Radiobericht zu etwas Besonderem machen. Wie wäre es nun mit einem kleinen Beispiel?


Teaser

Am 25. November 2016 verstarb der kubanische Revolutionär und Politiker Fidel Castro im Alter von 90 Jahren. Einen Radiobericht über nähere Informationen zu seiner Beisetzung findet ihr hier.

Blogeintrag: "Das Fernsehinterview"

Das Interview im Fernsehen

Obermaier Florian 
05.12.2016 

Die wohl bekannteste Form des Interviews ist das Fernsehinterview.


Dieses kann im Rahmen einer Liveübertragung erfolgen, oder aufgezeichnet sein.
Es gibt Einzelinterviews a'la Günther Gaus, oder Formate wie Magazinsendungen und Talkshows, welche eher einer offenen Gesprächsrunde ähneln als einem klassischen Interview.
Meist werden im Fernsehen bekannte Personen aus dem öffentlichen Leben wie Politiker, Schauspieler, Sportler oder Musiker interviewt.
Hierbei sind die Übergänge zwischen den drei grundsätzlichen Interviewformen (sachbezogen, meinungsbezogen und personenbezogen) sehr fließend.
Wird z.B. ein Politiker eingeladen, so ist das Interview eher sach- oder meinungsbezogen und wird höchstwahrscheinlich auch in ein personenbezogenes Interview übergehen.
Im Fernsehen werden auch Zivilpersonen interviewt, meist bei bestimmten öffentlichen Ereignissen wie z.B. bei einer Demonstration und oft im Rahmen einer Nachrichtensendung.
Bei sachbezogenen Themen kommen auch Experten zu Wort, um den Zuschauern komplexe Vorgänge oder Sachverhalte einfach und veranschaulicht zu erklären.
Grundsätzlich ist der Übergang der drei verschiedenen Interviewformen im Fernsehen meistens jedoch sehr fließend.

Beim Fernsehinterview ist auch immer eine Unterhaltungsfunktion gegeben.
Ein Vorreiter hierfür war Günter Gaus ,in den 60er Jahren, mit seiner Sendung "zur Person".
Im Rahmen eines Einzelinterviews schaffte er es Zuschauer zu unterhalten und ein Bild von seinen Interviewpartnern zu zeichnen, welche meistens aus der Politik kamen, ohne diese vor den Kopf zu stoßen.
Ähnliche Formate sind heutzutage nicht mehr oft anzutrefen.
Politische Themen werden mittlerweile gerne in Gesprächsrunden oder Magazinsendungen wie " Anne Will" oder "Hart aber fair" diskutiert. 
 Günther Gaus (links) 1974 im Gespräch mit Erich Honecker (rechts)1

Das Fernsehinterview stellt generell sehr hohe Anforderungen an den Interviewer und an den Interviewten.
Die Aufregung ist tendenziell höher als in anderen Medien, da neben den eigentlichen Aussagen die komplette Person im Fokus des Zuschauer steht.
Das äußere Erscheinungsbild, sowie Mimik und Körpersprache macht einen nicht unerheblichen Teil des Gesamteindrucks bei den Zuschauern aus.
Wie bei allen Interviews ist eine gute Vorbereitung für beide Seiten unerlässlich.
Viele Personen des öffentlichen Lebens absolvieren spezielle Medientrainings um sich auf diese Stresssituationen vorzubereiten und den hohen Anforderungen im Fernsehinterview gerecht zu werden.
Besonders der Interviewer muss eine angenehme Atmosphäre schaffen, um der allgemeinen Anspannung entgegenzuwirken und durch ausgefeilte Fagen und einer zweckdienenden Fragetechnik einen guten Einstieg in das Gespräch zu schaffen.
Um den Interviewpartner nicht zu langweilen ist meistens eine umfassende Recherche zu dessen Person und Biographie notwendig.
Man will den Interviewten schließlich nicht langweilen und neue Informationen zu seiner Person erfragen.
Ein professioneller Interviewer sollte immer die Oberhand behalten und in der Offensive bleiben, um heikle Situationen schnell entschärfen zu können.
Besonders bei erfahrenen, selbstbewussten oder egozentrischen Personen ist dies nicht zu unterschätzen.
Egal ob live oder aufgezeichnet ein Skript oder Drehbuch ist unumgänglich, damit das Interview einen roten Faden folgt und nicht aus dem Ruder läuft.

Wie es aussieht  wenn dies doch einmal passiert, seht ihr hier:

"Von einer Analphabetin muss ich mir so einen Quatsch erzählen lassen!"

Legendäres Interview mit Klaus Kinski
(Eskalation ab 6:28)




Quellen:

1
link

„Journalistische Darstellungsformen Handout“, Gabriele Hooffacker,
http://www.onlinejournalismus.org/programme/lsm/darstellungsformen_handout.pdf
[03.12.2016]


 Mario Müller-Dofel: Interviews führen, 2. Aufl.Wiesbaden 2016, S.83/127

Michael Haller: Das Interview - Ein Handbuch für Journalisten, 2.Aufl. Konstanz 1997, S. 41-43

Blogeintrag: Interviews in der Öffentlichkeitsarbeit

Interviews in der Öffentlichkeitsarbeit
Marcus Schindler
05.12.2016


Öffentlichkeitsarbeit wird von verschiedenen Institutionen, Organisationen, Bildungseinrichtungen genutzt. Das Ziel ist es Vertrauen und Bekanntheit in der Bevölkerung zu erreichen. Dabei grenzt es sich aber von der Werbung und vom Marketing ab.

Interviews sind ein wichtiges Kommunikationsmittel für Führungspersonen oder das Management. Anstelle von diesen Personen wird aber meist ein PR-Berater interviewt. Auch hier kann das Interview in Text-, Video-, Audioform erstellt werden. Entweder es wird unbearbeitet (z.B. Livestream) oder nachbearbeitet veröffentlicht. Vorher festgelegte Fragen vom Interviewer sind zwar möglich aber unüblich.

In einem Magazin (Topagrar Ausgabe 12/2013) für die Agrarbranche werden zwei Kommunikationsexperten zum Thema Kommunikation von Agrarbranche mit Konsumenten befragt.

http://www.topagrar.com/archiv/das-Aktuelle-Interview-Oeffentlichkeitsarbeit-Was-machen-andere-Laender-anders-1298759.html