Sonntag, 1. Januar 2017

Der Kommentar

Anders als die meisten Formen von Medieninhalten, die hier bereits behandelt wurden, unterscheidet sich der Kommentar dahingehend, dass sein Ziel nicht das vermitteln von Informationen ist, die im besten Fall so neutral wie möglich zu präsentieren sind. Bei einem Kommentar geht es dem Autor primär darum seine Meinung mitzuteilen und dadurch den Lesern eine Interpretation eines meist aktuellen Nachrichtenthemas zu bieten, entweder mit dem Ziel zu ihn überzeugen oder den Leser anzuregen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Dies kann in den verschiedensten Formen geschehen, Walter von La Roche definierte drei Arten von Kommentaren: den Argumentationskommentar, hier versucht der Autor die Leser mit schlagkräftigen Argumenten zu überzeugen, den "Geradeaus"-Kommentar, hier kann auf Argumente verzichtet werden und der kritisiert oder lobt wie es ihm beliebt, und den "einerseits-andererseits"-Kommentar, bei dem verschiedene Alternativen abgewogen werden und der Autor am Ende meist keine Entscheidung trifft. 
Ein wichtiges Merkmal an dem man schnell einen Kommentar erkennen kann ist die, zumindest bei seriösen Medienerstellern vorhandene Trennung zwischen Informations- und Meinungsbeiträgen und explizite Ausweisung als Kommentar. Außerdem sind Kommentare meist explizit als solche gekennzeichnet und der Autor wird namentlich genannt bzw. trägt seinen Kommentar direkt persönlich vor.


Der Kommentar in Zeitungen:

Als Beispiel für einen Zeitungskommentar habe ich einen sehr aktuellen aus der Leipziger Volkszeitung ausgewählt, der sich dem Anschlag in Istanbul während der Silvesternacht widmet. Einerseits sehe ich ihn als ein gutes Beispiel wie nahe die meisten Kommentare am Nachrichtengeschehen angelegt sind, andererseits fand ich die Verknüpfung mit anderen aktuellen Themen (die Angst vor Terror und die politische Lage in der Türkei) durch den Autor, Andreas Niesmann, äußerst interessant.


Der Kommentar im Radio:

Als Beispiel für einen Radiokommentar hab ich den Kommentar von Klaus Remme im Deutschlandfunk zum Syrischen Bürgerkrieg ausgewählt da er eine etwas andere Art von Kommentar darstellt. Der Autor argumentiert deutlich weniger direkt als bei den anderen Beispiele. Er lässt sich Zeit um die frustrierende Dauer des Konfliktes zu etablieren und nutzt die resultierende Stimmung um seine Argumente und Aufforderungen zu verstärken.


Der Kommentar im Fernsehen:

Als Beispiel für einen Fernsehkommentar habe ich den Kommentar von Christian Nitsche im Rahmen der tagesthemen zum Thema Terrorismusbekämpfung gewählt. Ich fand ihn interessant da er in seiner Form dem klassischen Charakteristik, wie die ARD Kommentare an ihre Nachrichtensendungen anfügt, entspricht. Er ist im Vergleich zu den anderen Beispielen deutlich direkter und die Argumente werden einfacher präsentiert.

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