Sonntag, 1. Januar 2017

Filmkritik - "While She Was Out"

Kim Basinger mit guter Miene zum schlechten Film

While She Was Out“ ist ein 2008 erschienener Film von „Shoot 'em up“- Produzentin Susan Montford. Getreu der Vorlage (Kurzgeschichte von Edward Bryant: „Als sie beim Einkaufen war“) geht es um die amerikanische Hausfrau Della, hier gespielt von Oscar-Preisträgerin Kim Basinger (L.A. Confidental). Zu Beginn des Films bekommen wir einen Streit zwischen Della und ihrem gewalttätigen Ehemann mit. Sie bringt ihre Zwillinge ins Bett und möchte nochmal einkaufen gehen, da Weihnachten bevorsteht. 
Im Gegensatz zu „Shoot 'em up“ scheint Montford diesmal einen ernst zu nehmenden, beklemmenden Thriller aufzubauen. Beim Einkaufscenter angekommen, regt Della sich über ein Auto auf, welches zwei Parkplätze blockiert. Sie klemmt einen wütenden Zettel an die Windschutzscheibe des Wagens.
Als sie vom Einkaufen wieder kommt, setzt sie sich ins Auto. Doch bevor sie losfahren kann, wird sie von dem rücksichtslosen Parkplatzblockierer zugeparkt. Eine Jugendbande und ihr Anführer Chuckie (Lukas Haas) steigen aus und belästigen Della. Ein Wachmann vom Einkaufscenter stößt dazu, und will die Jungs vertreiben. Hier eskaliert die Situation out of nowhere. Chuckie streckt den Wachmann mit einem Kopfschuss nieder und Della nutzt die Aufregung der Bande um in ihrem Wagen zu flüchten. Da sie die einzige Zeugin ist, folgen die Jungs ihr. Della hat in einem Baugebiet nähe eines Waldes einen Autounfall und muss zu Fuß weiter. Sie greift sich ein Leuchtfeuer und eine Werkzeugkasten zur eventuellen Verteidigung.

Bis hierhin wird sehr rasant, aber logisch Spannung aufgebaut, welche uns jetzt in eine nervenaufreibende Verfolgungsjagd führen könnte. Doch leider fangen mit dem eigentlich interessanten Part des Films auch die Ungereimtheiten an. Als durch einen Unfall dem ersten Mitglied der Bande das Genick gebrochen wird, rennt Della in den Wald. Die Jungs folgen ihr. Durch ihren Vorsprung hat sie immer wieder Chancen vor der Bande zu flüchten, tut dies aber einfach nicht. Das kennen wir natürlich schon aus etlichen anderen Thrillern wie „Orphan“ oder „You’re next“, um des Nervenkitzels Willen. Jedoch ist es hier leider einfach schlecht inszeniert, da wir absolut keinen Grund für ihr ständiges Zögern dargeboten bekommen. Richtig absurd wird es, wenn Della unnachvollziehbarerweise anfängt ein Bandenmitglied nach dem anderen mit Werkzeugen aus ihrem Kasten umzubringen. Exploitationfilmartig bohrt sie zum Beispiel einem Jungen einen Schraubenzieher in das Auge. Das wäre auch kein Problem, da sich Exploitationfilme („Trashfilme“) ja gerade an solchen Stilmitteln bedienen. Die Pinkelszene, das absurde Liebesspiel zwischen Chuckie und Della und das grandios überzogene Ende, wo Della, zurück zu Hause, ihren Ehemann erschießt, nachdem er ihr dumm kommt - alles gute Trash-Szenen.


„While She Was Out“ nimmt sich aber leider viel zu ernst für dieses Genre. Der Film kommt mit keinerlei Witz daher. So werden wir hilflos zwischen trashigen Momenten, seriös gespielter Angst seitens Basinger und riesigen Logiklücken hängen gelassen.
Im Endeffekt ist der Streifen vielleicht etwas für riesige Kim-Basinger-Fans, da ihre Schauspielkünste nicht zu wünschen übrig lassen. Wer aber einen spannenden Thriller sehen möchte oder die Selbstironie von „Shoot 'em up“ erwartet, wird von Susan Montford diesmal enttäuscht.
 
Thriller, 2008, 90 Minuten, FSK 16 Jahre
Regie: Susan Montford
Schauspieler: Kim Basinger, Lukas Haas
 
 

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